Nur wer die Vergangenheit kennt, hat eine Zukunft.
Wilhelm von Humboldt (1767-1835), dt. Philosoph u. Sprachforscher

Warum ich diesen Bericht mit diesem Zitat beginne? Ganz einfach:
Amiens hat sich mir vorgestellt als eine Stadt, die mit Hilfe Ihrer Vergangenheit, sich eine hervorragende Zukunft geschaffen hat.

Amiens-CollageSicherlich steht im Mittelpunkt der Stadt die Kathedrale Notre-Dame d’Amiens, welche nicht nur durch die architektonische Meisterleistung des 13. Jahrhunderts glänzt. Hier steht man vor diesem grossartigen Bau, welcher geschmückt ist mit unsagbar vielen Skulpturen, dass der Anschein erweckt wird, die Fassade bestehe nur aus ihnen. Der Bau der Kathedrale startete im Jahre 1220, durch den den Baumeister Robert de Luzarches. Es entstand die größte Kathedrale Frankreichs aus dem Mittelalter. Nach ihrem Vorbild wurde der Kölner Dom und viel später die St. Patrick’s Cathedral in New York erbaut. Steht man vor ihr, so stellt sich die Frage ein, wie ein solches Bauwerk entstehen konnte. Die Größe ist beindruckamiensend. Die Figuren von Heiligen, Madonnen, Schutzpatronen und Dämonen wirken lebendig, sie schauen auf den Betrachter herab, als wollten sie einen ermahnen oder etwas erzählen. Zudem hat es mich beeindruckt, dass die Figuren verwundet, geköpft und unvollkommen dargestellt wurden. Das Innere der Kathedrale ist noch eindrucksvoller. Ein lichtdurchflutetes Hauptschiff, verziert mit zahlreichen Säulen, welche zu den Nebenschiffen führen, lassen den Betrachter winzig klein wirken. Die Verzierungen an den Wänden, den Säulen, und auch die kleinen nachträglich eingebauten Kapellen lassen einen die Zeit vergessen und endlos verweilen. Kunstvoll gestaltete Bibelgeschichten, die auch über das Grauen der Zeit berichten, aber auch unschuldige, weise Engelsfiguren verführen den Betrachter über den Sinn aber auch den Verlauf des Lebens nach zu denken. So ist der Raum gefüllt mit andächtigen Menschen, die zwischen Bewunderung und Nachdenklichkeit durch die Kathedrale schweifen.

Seit der Grundsteinlegung der Kathedrale wurde nie aufgehört an ihr zu arbeiten. So wurde bei der Restaurierung ein besonderes “Geheimnis” entdeckt. Die Fassade wurde nicht nur durch die zahllosen Skulpturen geschmückt. Bei der Reinigung der Außenfassade entdeckte man durch die neue Reinigung mit dem Laser statt mit dem Sandstrahler, Farbpartikel, die mit dem blossem Auge kaum sichtbar waren. Die Kathedrale war einst wie ein Gemälde bemalt. Bis es zu aufwändig und teuer war, wurden die Malereien gepflegt und erneuert. So strahlte die Kathedrale Jahrhunderte ohne ihr farbenfrohes Kleid. Eigentlich ist es kaum vorstellbar, wie man die Fassade eines so großen Bauwerks überhaupt über einen langen Zeitraum so kunstvoll schmücken kann. Diese Entdeckung inspirierte zu einer großartigen Idee. Die Kathedrale sollte zur Jahrtausendwende in Ihrem einstigen Farbenkleid erstrahlen. Nur wie musste noch herausgefunden werden. Diese Frage wurde durch modernste Technik beantwortet. Ohne tief in die technischen  Details einzugehen, muss man sich das Verfahren vorstellen, als ob man auf die Oberfläche der Kathedrale ein Foto projektiert. Ein Bild, der Kathedrale selbst, jedoch so erarbeitet, dass die Farben an den richtigen Stellen aufgetragen wurden. Die Technik ermöglichte es dass die Figuren in ihren Gewändern strahlten, das ihre Augen wieder in Farbe lebten, dass die Wangenröte ihnen wieder ins Gesicht stieg. Die aufwendige Darstellung wurde ein Publikumsmagnet, welche sich seitdem jährlich wiederholt. So nutzt man die Investition weiterhin und erreicht jedes Jahr von Juni bis September sowie in der Weihnachtszeit, ein Highlight zu sein. Welches umbedingt besucht werden sollte.Jules-Vernes

Da die Stadt jedoch noch weitere Sehenswürdigkeiten hat, lädt sie Ganzjährig ein, besucht zu werden. Die von Studenten belebte Stadt bietet ein spannendes Nachtleben, welches sich überwiegend in den Bars, Cafés und Restaurants in einer recht überschaubaren Straße abspielt. Zudem ist Amiens die Stadt des Jules Vernes, dessen Erbe gepflegt wird. So kann man neben des Circus für dessen Erbauung er eingetreten war auch sein Haus besichtigen. Hier entsteht der Eindruck, man könne Ihn besuchen und bei einer Tasse Kaffee oder Tee über seine Werke diskutieren. Man taucht in seine Welt ein und einem wird verständlich, inwieweit der Arbeitsplatz und das Heim Einfluss auf einen Künstler hat und umgekehrt. Und obwohl er hier in Amiens vor über 100 Jahren verstorben ist, lebt sein Geist noch spürbar in damiens2er Stadt weiter.

 

 

Das Fazit meines Besuchs in Amiens ist, dass es schon fast ärgerlich war, nur so kurze Zeit dort gewesen zu sein. Es ist eine Stadt, die es schafft einen zu verzaubern mit ihrer Wirkung, die einen sprachlos macht, was zweifelsohne es nicht einfach macht den Charme und den Glanz dieser Stadt in einem Bericht zusammenzufassen.

 

unter www.amiens.com sind weitere Informationen vorhanden.

 

[Tourismusmagazin] [Picardie Reise] [Amiens Reise] [Dresden Reise] [Madrid Reise] [Ecuador Reise] [ITB-Berlin 2008]